Musikalisches Kabarett OGTB*

Die Poesie der kleinen Katastrophen

Wühlen und heilen

Unter hörbarem Seufzen greift der "Poet der kleinen Katastrophen"  wühlend und trillernd in die Tasten und säuselt spätromantische Zeilen über den Frühling, an deren Ende er sich als "jahreszeitentechnisch emotional nicht integriert" geoutet haben wird. Mit tief geatmetem Pathos besingt er die Macht der Musik, um deren intimistische Zweckbestimmung in der letzten Strophe in entlarvender Konkretheit zu verkünden.  Wer die großen Emotionen will, wer es sentimental und kitschig braucht - "den möchte ich bedienen - und ihn nach dem Konzert vielleicht als geheilt entlassen" kündigt Markus Sauer an.  Oder als geweiht.

Tempo und Emotion

"Ein bisschen Tempo im Kopf ist für meine Lieder schon erforderlich", sagt Markus Sauer, "dafür gibt's auch mehr Worte pro Zeiteinheit; warum sollte immer alles kurz, prägnant und eindeutig sein?" Wenn er binnen- und stabreimend Worte und Gedanken verdreht, entstehen Kopfbilder in Video-Clip-Ästhetik - manchmal flirrend, aber niemals ziellos, sondern immer als Teil oder wenigstens auf der Suche nach einem großen Gedanken, einer großen Emotion.  Manchmal ohne sie zu finden.

Kreide und Liebe

Die Geschichten, die Markus Sauer mit seinen Liedern erzählt, spielen an einsamen Flussufern und Königsgräbern, in Küchen, Schlafzimmern, in der Kreidezeit, auf Datenschützerkongressen,  Südsee-Inseln  und am Hähnchenstand vor dem Baumarkt. Live am Klavier im Parlando oder gesungen vorgetragen, legen sie die Poesie der alltäglichen kleinen Katastrophen frei; die Absurdität des  Pathos,  den Ernst des Witzes, die Identität von Komik und Tragik  im menschlichen Leben - nie ohne rätselhafte Wendungen, manchmal vordergründig boshaft, aber immer von einer großen Liebe zur Welt und zu den Menschen erfüllt. Zu den meisten.

Horn und Lust

"Ich liebe euch trotzdem alle", beteuert Markus Sauer und "Musikalisches Kabarett OGTB" nennt er sein Metier. Die einen fühlen sich beim Zuhören an Georg Kreisler erinnert, die anderen an Reinhard Mey. Markus Sauer nennt als weitere Vorbilder Heinrich Heine, Hugo von Hofmannsthal - und Guildo Horn. "Ich möchte meine Gefühle teilen" wünscht sich Markus Sauer, "und wenn es die "Knetlust" bei der Zubereitung von Frikadellen ist."  Oder bei was auch immer.

*   (ohne Geschlechtsteil-Benennungen)

 

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© Markus Sauer Chansons